Der Choreograph Jonathan Burrows und der Komponist Matteo Fargion übernehmen die Erstellung der zweiten Partitur im Rahmen von Motion Bank.
Jonathan Burrows und Matteo Fargion haben mehrere Duette gemeinsam erarbeitet, zunächst Both Sitting Duet (2002), und anschließend The Quiet Dance (2005), Speaking Dance (2006), Cheap Lecture (2009) und The Cow Piece (2009).
Aus der Einleitung zu einem Interview mit Daniela Perazzo Domm aus dem Jahr 2005:
“Der Tanz, den Jonathan Burrows seit Ende der achtziger Jahre geschaffen hat, geht an die konventionellen Grenzen der Genres und Techniken und erforscht die Neuformulierung eines Vokabulars der Bewegung sowie die Rekonfiguration des tanzenden Körpers. Burrows hat seine Laufbahn als Tänzer am Royal Ballet begonnen und anschließend sein eigenes Werk als unabhängiger Choreograph entwickelt. (…)
Burrows ist der Urheber von Stücken, die (von anderen) als fortschreitende Bewegung hin zu einer minimalistischen Form der Abstraktion beschrieben worden sind. Zu ihren wichtigsten Charakteristika gehören die Eingliederung von Alltagsgesten neben unterschiedlichen Bewegungsstilen und – qualitäten, die Wachsamkeit gegenüber der Struktur des Tanzes und seiner Beziehung zu den anderen Elementen der Aufführung, sowie die ständige Frage nach dem Ort, den Grenzen und der Funktion von Tanz. (…)
Mit Both Sitting Duet, 2002 entwickelt und aufgeführt mit Matteo Fargion, wurde aus Burrows’ langjähriger Zusammenarbeit mit dem italienischen Komponisten eine Partnerschaft unter Gleichen. Hier begeben sich beide Künstler auf die Bühne und zeigen nebeneinander sitzend eine Bewegungskomposition, die auf einer musikalischen Partitur beruht.”
Zum Interview
Jonathan Burrows hat soeben A Choreographer’s Handbook publiziert. (London/ New York: Routledge, 2010). Hier ein Exzerpt zum Thema Partituren sowie Jeroen Peeters Essay/Kritik zu A Choreographer’s Handbook auf CORPUSWEB)
Weitere Informationen und biographische Angaben über beide Künstler finden sich auf Jonathan Burrows Website.
Für die Erstellung der Partitur arbeiten sie mit Florian Jenett und Amin Weber von der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main sowie mit Michael Zöllner, Jens Keil, Svenja Kahn und Benedikt Müller von der Abteilung Virtuelle und Erweiterte Realität am Fraunhofer Institut Darmstadt zusammen. Nik Haffner vom Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin und Mitglied der internationalen Ausbildungsarbeitsgruppe verstärkt das Team als wissenschaftliche Mitarbeiter.
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